Donnerstag, 19. März 2015, 20:00 Uhr
Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro
Glockenkelter Stetten

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Asyl

Menschen

Land/Jahr: D 2015   Regie: Grégory Darcy,   Länge: 75 Min.,   Originalversion mit deutschen Untertiteln

Durch den Arbeitskreis Asyl Kernen kam der französische Regisseur Grégory Darcy in Kontakt mit einigen Asylbewerbern aus Kernen. Wie sie kam auch er vor knapp 2 Jahren nach Deutschland, lernte die Sprache und suchte Arbeit. Nur dass diese Flüchtlinge es viel schwerer haben. Der Dokumentar‐ und Kunstfilm „Menschen“ entstand aus dem Zusammentreffen von Fremden, die neu in Deutschland sind.

Am Anfang des Projekts standen Interviews mit 10 Asylbewerbern aus Kernen, Waiblingen und Esslingen. Diese Menschen, die aus Kamerun, Algerien, Gambia, Pakistan, Iran und Syrien nach Deutschland kamen, brachten den Mut auf, sehr persönliche Fragen vor der Kamera zu beantworten. Wie finden sie sich in Deutschland zurecht, wie fühlen sie sich? Was hat sie zur Reise hierher veranlasst und was haben sie dabei erlebt? Was sind ihre Träume und Wünsche an die Gesellschaft, in der sie nun leben? Sie berichten spannend, sehr berührend und manchmal mit Humor über ihr früheres und neues Leben.

Aber dann kam der Moment, wo allen Beteiligten klar wurde: Worte reichen nicht aus. Es braucht die Sprache des Körpers und der Kreativität, um noch mehr auszudrücken, noch deutlicher zu werden, noch mehr zu verstehen. Hände, Gesichter, Gedichte, Bewegungen und Theaterszenen sagen mehr als Worte. Grégory Darcy holte die Asylbewerber nicht nur als Interviewpartner, sondern auch als kreative Menschen vor die Kamera.

Das macht dieses Filmprojekt so einzigartig. Es zeigt die überraschenden Seiten der Persönlichkeit seiner Protagonisten, die oft als Asylbewerber alle über einen Kamm geschoren werden und darunter leiden. Vielleicht bekommen potentielle Arbeitgeber, die Bürger ihrer neuen Heimatgemeinden oder die Mitarbeiter der zuständigen Ämter einen anderen Blick auf diese Menschen, nachdem sie diesen Film gesehen haben. Durch die Berichte der Flüchtlinge zur Situation in ihren Heimatländern und Fragen, die im Anschluss an den Film an die anwesenden Asylbewerber gerichtet werden können, kann sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Für den Regisseur ist die Kommunikation zwischen den Menschen wichtig. Nur dadurch kann es zu einem besseren Verständnis beider Seiten und zu einer Verringerung von Konflikten kommen.

„Manchmal haben wir das Gefühl, wir sind keine Menschen mehr“, sagt einer der 50 Männer, die im Asylbewerberheim in Kernen leben. Dies zu ändern, dafür tritt der Film ein.

Der Ton und die Musik sind bei einem solchen Filmprojekt besonders wichtig. Die Berliner Pianistin Johanna Borchert und die Stettener Musikerin Kamauha stellten ihre Musik für diesen Film zur Verfügung. Der Stettener Tonmeister Tom Krüger brachte den Film professionell zum Klingen.

Den Trailer zum Film können Sie sich hier anschauen.

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