DAS PROGRAMM

Dienstag, 28. Juni 2016, 20:00 Uhr,
Ev. Gemeindehaus Stetten, Mühlstr. 1

In Zusammenarbeit mit dem AK Solidarische Welt

La Buena Vida -  Das gute Leben

Land/Jahr: CH/DE 2014   Regie: Jens Schanze    Länge: 97 Min.    Altersfreigabe: uneingeschränkt,  OmU

Jairo Fuentes, der junge Anführer der Dorfgemeinschaft Tamaquito, lebt in den Wäldern im Norden Kolumbiens. Die Natur gibt den Menschen hier alles, was sie zum Leben brauchen. Doch ihre Lebensgrundlage wird durch den Kohleabbau in der Mine «El Cerrejón» zerstört: Das gewaltige Loch, mit 700 Quadratkilometer der größte Kohletagebau der Welt, frisst sich in die einst unberührte Landschaft. Mit der Kohle aus Kolumbien produzieren Kohlekraftwerke in Deutschland und weltweit den Strom, der das Leben schnell, hell und warm macht. Jairo Fuentes will die gewaltsame Vertreibung seiner Gemeinschaft verhindern und stimmt Verhandlungen mit den Betreibern der Mine zu. Die Konzerne versprechen den Wayuu-Indígenas die Segnungen des Fortschritts, doch diese legen keinen Wert auf moderne Häuser und ein so genanntes «besseres Leben». Sie beginnen den Kampf um ihr Leben in den Wäldern, der schon bald zum Existenzkampf wird.

Der renommierte Dokumentarfilmemacher Jens Schanze, der für seine Werke schon zahlreiche Ehrungen wie den Adolf-Grimme-Preis oder den Bayerischen Filmpreis erhielt, hat mit „Otzenrather Sprung“ (2001) schon einmal eine Dorfumsiedlung, damals im rheinischen Braunkohlerevier, filmisch begleitet. Mit „La Buena Vida – Das gute Leben“ zeichnet er nun das berührende Porträt einer indigenen Dorfgemeinschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, sich nicht alles gefallen zu lassen, was ihr der Kohlekonzern diktieren will. Schanze verzichtet dabei auf jeglichen wertenden Kommentar oder Interviews, lässt vielmehr seine Bilder und seine Protagonisten sprechen. Dadurch werden die Szenen für den Betrachter eindringlich erlebbar und nachempfindbar. Und so ist „La Buena Vida – Das gute Leben“ nicht nur das Dokument eines Betrugs – schließlich werden die Bewohner von Tamaquito unter falschen Versprechungen aus ihrem Dorf fortgelockt -, sondern auch eine Verneigung vor einer starken Gemeinschaft, die sich um keinen Preis der Welt ihre Integrität abkaufen lässt. Die deutsch-schweizerische Koproduktion wurde mit dem Prädikat besonders wertvoll ausgezeichnet.

Die spanischsprachigen Redebeiträge sind mit deutschen Untertiteln versehen.

http://www.dasguteleben-film.de/

Donnerstag, 14. Juli 2016, 20:00 Uhr,
Musikvereinsheim Stetten, Frauenländerstraße 34

Wild Tales - Jeder dreht mal durch

Land/Jahr: AR/ES 2014  Regie: Damián Szifron   Länge: 122 Min.  Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Alle Menschen haben sie: jene Schwelle, bis zu der sie oder er noch Mensch bleiben. Doch wehe, sie wird überschritten – dann Gnade Gott! In seinem Episodenfilm präsentiert der argentinische Regisseur Damian Szifron insgesamt sechs solcher Fälle, bei denen es zur Adrenalinexplosion kommt.

Das Schöne dabei: Jede der sechs ­Geschichten birgt reichlich Identifikationspotenzial. Wollte man sich nicht selbst schon einmal in ähnlichen Situationen gehen lassen und ganz der ohnmächtigen Wut hin­geben? In unserer zivilisierten Welt mit all ihren Zwängen und Regeln geht das freilich nicht. Umso mehr kann man sich hier ganz hämisch darüber freuen, als stiller Beobachter dabei zu sein, wenn andere genau das tun, was man selbst einmal gerne tun würde, wenn man nur dürfte.

Mit seinem schwarzhumorigen Thriller-Drama hat Szifron argentinische Filmgeschichte ­geschrieben – dort avancierten die „wilden ­Erzählungen“ zum erfolgreichsten Film aller Zeiten. (StN)

Der Film war der Publikumsliebling vieler Festivals und Argentiniens Beitrag für die Oscars 2015.

Donnerstag, 29. September 2016, 20:00 Uhr,
Musikvereinsheim Stetten, Frauenländerstraße 34

Nebraska

Land/Jahr: US 2013     Regie: Alexander Payne     Länge: 110 Min.   
Altersfreigabe: ab 6 Jahren

Alexander Payne („About Schmidt“, „Sideways“) erzählt in diesem Film die tragikomische Geschichte des dickköpfigen Rentners Woody, der absolut überzeugt davon ist, mit einem windigen Werbeversprechen das große Los gezogen zu haben. Nun möchte er das Geld persönlich abholen, im 900 Meilen entfernten Lincoln, Nebraska. Widerwillig fährt ihn sein Sohn zum Absender der Lottoreklame. Bei einem ungeplanten Zwischenstopp in Woodys Geburtsstadt treffen sie auf ihre Verwandtschaft, alte Freunde und auch viele Neider, die sich vor allem für den neu gewonnenen Reichtum des seltenen Gastes interessieren. Der Vater-Sohn-Trip wird so nicht nur zu einer Reise in Woodys Vergangenheit, sondern vielmehr zur Suche nach Respekt und Anerkennung und vor allem nach etwas, wofür es sich lohnt, weiterzuleben.

Die raue und melancholische Winterlandwirklichkeit fernab von hektischen Metropolen hat Payne in ausdrucksstarkem Schwarz-Weiß eingefangen. „Nebraska“ ist eine leise Tragikomödie, die mit ebenso amüsanten wie ergreifenden Momenten feinfühlig von der Wichtigkeit von Träumen erzählt. In der Rolle des mürrischen Antihelden Woody brilliert Bruce Dern und strapaziert dabei so manchen Geduldsfaden.

2013 erhielt der Film in Cannes den Preis in der Kategorie „Bester Darsteller“, 2014 wurde er für 6 Oscars und 6 Golden Globes nominiert.

Donnerstag, 18. Oktober 2016, 20:00 Uhr,
Musikvereinsheim Stetten, Frauenländerstraße 34

Almanya – Willkommen in Deutschland

Land/Jahr: D 2011       Regie: Yasemin Şamdereli     Länge: 101 Min.     
Altersfreigabe: ab 6 Jahren

Wie verläuft das Leben, wenn man als 1.000.001 Gastarbeiter Ende der Sechziger Jahre nach Deutschland kommt? Man wundert sich über Toiletten mit Sitz, über Riesenratten an der Leine und fühlt sich ausgeschlossen, wenn die eigenen Kinder lieber in der fremden, statt in ihrer Muttersprache reden und Weihnachten toll finden. Doch der Gast blieb und fand zusammen mit seiner Familie eine deutsche Heimat. Almanya – Willkommen in Deutschland erzählt mit viel Humor und Einfühlungsvermögen die Geschichte von Hüseyin Yilmaz und seiner Familie, die Mitte der 60er Jahre ihre Heimat Türkei verlassen, um als Gastarbeiter das deutsche Wirtschaftswunder zu unterstützen.

Zuerst kam Hüseyin allein nach Deutschland, doch schon bald holte er auch seine Familie in dieses seltsame Land „Almanya“ voller exotischer Bräuche und Gepflogenheiten. Doch viel Zeit ist vergangen und Deutschland längst zur Heimat der Familie geworden. Nun als Rentner überrumpelt Hüseyin eines schönen Abends seine große Familie damit, dass er ein Haus in der Türkei gekauft hat und nun alle zusammen in die alte Heimat fahren sollen. Da stellt sich allerdings für den einen oder anderen die Frage, wo eigentlich seine Heimat ist. Doch Widerworte werden nicht geduldet, und so bricht die ganze Familie in die Türkei auf. Es beginnt eine Reise voller Erinnerungen, Streitereien und Versöhnungen – bis der Familienausflug eine unerwartete Wendung nimmt.

Der sehr persönliche Film der Samdereli-Schwestern ("Kismet", „Türkisch für Anfänger“) beruht zum Teil auf eigenen Erlebnissen, die den Zuschauer auf unterhaltsame Weise teilhaben lassen an einer Welt zwischen Orient und Okzident, an einer großen kultur- und generationenübergreifenden Familiengeschichte.

Eine Produktion der Münchener Roxy Film ("Wer früher stirbt ist länger tot").

Deutscher Filmpreis 2011 in Silber in der Kategorie Bester Film,
Deutscher Filmpreis 2011 für das Beste Drehbuch.

Freitag, 4. November 2016, 17:00 und 20:00 Uhr,
"La Salle am Schloss" der Diakonie Stetten, Schlossberg 4

In Zusammenarbeit mit der Diakonie Stetten
Menschen mit Handicap und deren Begleitpersonen erhalten verbilligen Eintritt (3 Euro)

Vincent will meer

Land/Jahr: D 2010   Regie: Ralf Huettner   Länge: 95 Min. 
Altersfreigabe: ab 6 Jahre

Vincents Mutter ist vor wenigen Tagen gestorben, dennoch will Vincent ihren großen Wunsch erfüllen und noch einmal mit ihr ans Meer fahren. Zumindest mit ihrer Asche. Vincent leidet am Tourette-Syndrom, manchmal hat man aber den Eindruck, dass seine Umwelt mehr daran leidet als er selbst. Besonders Vincents Vater, der gerade im Wahlkampf sein politisches Amt verteidigen muss kann mit den Ticks und Flüchen nicht umgehen und steckt ihn in eine Therapieklinik. Schnell ergibt sich die Möglichkeit, doch noch nach Italien zu kommen. Gemeinsam mit der magersüchtigen Marie und dem zwangsneurotischen Alexander flieht ein merkwürdiges Trio im geklauten Auto aus der Klinik.

Ein klassisches Roadmovie hat Ralf Huettner nach dem Drehbuch von Florian David Fitz, der auch die Hauptrolle übernahm, abgeliefert. Fast scheint es so, als seien die aus der Therapie Entflohenen erst durch diese Reise zu einer Besserung ihres Verhaltens in der Lage, so machen alle Beteiligten einen Lernprozess durch. Trotz der Problematiken ums Anderssein und psychische Erkrankungen ein mit viel Musik erzähltes Feel-Good-Movie mit tollen Darstellern.

Mit mehr als einer Million Besucherinnen und Besucher war Vincent will meer im Jahre 2010 die vierterfolgreichste deutsche Kinoproduktion und erhielt von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) das Prädikat Besonders wertvoll

Bambi 2010 in der Kategorie Schauspieler national an Florian David Fitz
Bayerischer Filmpreis 2010 in den Kategorien Publikumspreis und Drehbuch
Deutscher Filmpreis 2011 in den Kategorien Bester Film und Bester Hauptdarsteller
Jupiter Award 2011 in der Kategorie Bester Film Deutschland

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